Qualität für kleine Weingüter: die Gärkühlanlage von LiquoSystems für das Weingut GOSECK (Saale-Unstrut)

Das Weingut GOSECK Pfeifer & Frick im Qualitätsanbaugebiet Saale-Unstrut baut in Steillagen über dem Saaletal Riesling, Weißburgunder und Dornfelder an. Die Handlese sorgt für eine hohe Traubenqualität. Um die Qualitätskette für einen schonenden Ausbau im eigenen Weinkeller fortzusetzen, setzen GOSECK Pfeifer & Frick eine Gärkühlanlage von LiquoSystems mit zentralem Steuerungs-Terminal und Fernzugriff ein.

Weinberg Goseck
Das Weingut GOSECK Pfeifer & Frick, im Folgenden der Einfachheit halber kurz GOSECK genannt, gehört mit einem halbem Hektar Fläche und circa 4.000 Flaschen im Jahr eher zu den kleinen Weingütern im Markt. Hier geht es um Klasse statt Masse, um aus den Trauben das Maximum in Sachen Qualität herauszuholen. Doch: „Das beste Wissen hilft nichts, wenn man nicht die richtige Ausrüstung hat“, weiß Inhaber Thomas Pfeifer.

Der Anlass: Qualität bis zum Ende der Kette

Pfeifer & Frick haben das Weingut GOSECK seit 1998 beständig optimiert. „Heute haben wir eine Tröpfchen-Bewässerung, Schnitterziehung und eine Handlese im Weinberg. Diese Qualität sollte sich im Weinkeller fortführen, um aus dem hochwertigen Lesegut das bestmögliche herauszuholen.“ In der Vergangenheit wurde in Sachen Tankkühlung vom Einsatz von Trockeneis bis hin zu Kühlakkus alles Mögliche versucht. Aber: „Der Prozess verläuft nicht so stabil, wie wenn man die Kühlung steuert und regelt. Ich habe mich dann über professionelle Lösungen am Markt informiert und LiquoSystems gegoogelt.“

Die Aufgabe: Weinkeller 4.0

Da Pfeifer & Frick das Weingut im Nebenerwerb bewirtschaften, war eine professionelle Lösung zur Qualitätsoptimierung gefragt, die zeitlich entlastete. Denn die Arbeit mit Kühlakkus und einer ständigen Gärüberwachung war „sehr betreuungsaufwendig“. Jeden Tag ein bis zwei Mal Kontrolle vor Ort ist für einen Winzer im Nebenerwerb eher schwierig. „Ein ganz entscheidender Punkt war für uns, dass man die komplette Gärsteuerung mit dem Smartphone übers Web machen kann.“ Der Weinkeller kann aus dem Weinberg, dem Urlaub, von der Arbeit oder jedem Ort der Welt aus aufgerufen und der Gärverlauf gesteuert werden. So kann man zeitsparend und zuverlässig Ernteverluste oder Überraschungen vermeiden. Thomas Pfeifer nennt seine Steuerungslösung schmunzelnd auch „Weinkeller 4.0“, in Anlehnung an den neuen Automatisierungsstandard „Industrie 4.0“.

Die Lösung: eine Gärsteuerungs- & -Kühlanlage von LiquoSystems

Zum Einsatz kamen: eine AquaZero 1,5 kW Kühlanlage mit einer IdroFan Raumklimatruhe, ein NanoTerminal mit Web-Interface und 12 Nano Top Regeleinheiten sowie 12 Motor-Kugelhähne, Panzerschläuche und weiteres Zubehör von LiquoSystems. Es ging darum, Gärtanks, Lager- und Präsentationsräume im Sommer zu kühlen und im Winter heizen zu können, daher wurde die AquaZero Kühlanlage mit den Optionen Heizen und Außenaufstellung gekauft. Nach der Beratung bei LiquoSystems wurde die Anlage mit dem Terminal und den Regeleinheiten bestellt, die Montage der Anlage und Installation der Leitungen erfolgte in Eigenregie, wodurch Kosten eingespart werden konnten.

„Aber ich bin kein Elektriker und für die Verdrahtung war es immer wieder nötig, Rückfragen zu stellen. Doch der Support war gut, ich habe immer Antworten und Lösungen bekommen.“

Jeder Tank hat einen eigenen Messfühler und ein eigenes Regelgerät und ist mit dem zentralen Terminal verbunden. Die Kälte- oder Wärmeanforderung kann für jeden Tank einzeln betrachtet und geregelt werden. „Wenn Tank 7 „zu warm“ meldet, dann werfen wir die Kühlung stärker an. Wenn Tank 3 sagt „alles in Ordnung“, bleibt alles unverändert. Beim Rotwein funktioniert es genauso, nur vergäre ich nicht den Saft, sondern die Maische.“

Der Einfluss der Temperatur auf die Qualität

„Mit der Gärsteuerung von LiquoSystems haben wir zum einen keine Ausfälle und zum anderen keine Spitzen und Täler,“, sagt Thomas Pfeifer, „wenn die Gärung reibungslos funktioniert, steht am Ende des Prozesses auch ein guter Wein.“ Obwohl er seinen Weinkeller nun 24 Stunden am Tag im Blick haben kann, kann er es sich wie nie zuvor leisten, für eine gewisse Zeit nicht darauf aufzupassen. Möglich ist das unter anderem auch durch die Alarmfunktion sowie die automatisierte Regelung. Man kann einen Temperaturkorridor mit Ist- und Sollwerten einstellen. „Wenn ein Tank über 18 zu gehen droht, regelt die Kühlung automatisch und ich muss nichts von Hand machen. Oder: Sagt der Tank „16 Grad“, aber der Sollwert liegt bei 17 Grad, dann dreht das System automatisch hoch. Wenn ich nicht aktiv regeln möchte oder kann, muss ich überhaupt nicht eingreifen.“ Dennoch ist es natürlich möglich, das Temperaturprofil permanent individuell zu regeln und auf stürmische Gärverläufe individuell zu reagieren.

Multifunktionale Nutzung der Anlage

„Wir haben eine nicht beheizte Kelter, wie die meisten hier in der Region und daher stets auch mit den Außentemperaturen zu kämpfen, wenn es kühler wird“, sagt Thomas Pfeifer. „Dann kühlt die Kelter aus und es ändern sich die Einflussfaktoren auf die Gär- und Lagertanks.“ Von daher war es nötig, auch eine digitale Temperierlösung zur Kühlung oder Aufheizung der Lager- und zugleich Präsentationsräume zu finden.

„Wenn Wein abgefüllt ist, dann stehen bei uns im Gewölbe die Lagertanks.“ Dafür kann man das Aggregat von LiquoSystems nach der Gärkühlung zugleich für die Lagerkühlung oder die Raumheizung einsetzen. Eine clevere und sichere Lösung. „Wein verarbeiten ist das eine, aber beim Lagern benötigt man ebenso kontrollierte Prozesse. Fehler entstehen durch Versäumnisse, und diese können durch die Mini-Automatisierung jetzt nicht mehr entstehen.“

Über die technische Lösung hinaus auch eine Vermarktungslösung

„Wir haben uns Mühe gegeben, nicht nur eine funktionale, sondern auch eine schöne Anlage hinzustellen, denn schließlich kommen auch Kunden für Verkostungen zu uns. Das ist gewissermaßen unser Show-Room und unser Aushängeschild.“ Die Weinkeller sind mit optisch attraktiven, aber sehr heterogenen Natursteinen gebaut, um die Kabelbrücken dort sauber integrieren zu können, wurden sie auf Brettern vormontiert und dann die Platten mit Schrauben an die Wand gedübelt. Das sieht ordentlich aus und ist eine gute Anregung für jedes alte Gewölbe.

Und Thomas Pfeifer hat noch einen weiteren Tipp parat: „Alles bei uns ist sauber und aufgeräumt, die Tanks stehen auf Paletten, damit man sie von Station zu Station fahren kann. So braucht man für die verschiedenen Anwendungen nicht so viele Schläuche legen.“

Ein weiteres Highlight ist das im Eigenbau angebrachte blaue Licht, das über jedem Tank die intakte Kühlung anzeigt, also ob das Ventil auf oder zu ist. So wird Qualität auch nach außen sehr gut visualisiert.

Das Weingut GOSECK sieht seine Chance am Markt nur in einer Qualitätspositionierung. „Wir setzen zu 100 % auf Selbstvermarktung, das heißt keine Zwischenhändler, keine Wiederverkäufer. Wir stehen zur Güte unseres Produkts, halten es knapp und veredeln seine Qualität. Nur knappe Güter sind wertvoll. Überfluss hat keinen Wert.“ Zu dieser Philosophie passen die Produkte von LiquoSystems und helfen, diese Qualitätsstrategie zu erfüllen – vom Gärtank bis zum Show Room.

Fazit: Lohnt sich eine Gärkühlanlage auch für kleine Betriebe?

Thomas Pfeifer hat die Montage der Anlage Kosten sparend in Eigenregie vorgenommen, aber ansonsten natürlich für seine Verhältnisse eine gewisse Investition tätigen müssen. Sein Fazit fällt dennoch auch wirtschaftlich mehr als positiv aus. „Man kann vor dem Hintergrund unserer Größe überlegen, ob sich eine so professionelle Lösung bei unseren kleinen Weinmengen lohnt. Und ich sage genau deshalb: JA!“ Dafür gibt es ja auch die entsprechenden EU-Fördermittel für qualitätsverbessernde Maßnahmen im Weinbau, die Thomas Pfeifer dankend in Anspruch genommen hat. Sein Dank gilt darüber hinaus dem Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten für die große Unterstützung.

Die Maßnahmen wirken sich zum einen positiv auf die Qualität der Weinerzeugnisse sowie die wirtschaftliche Effizienz des Betriebes aus, zum anderen auch auf die Qualitäts-Wahrnehmung der Kunden. „Diese saubere und professionelle Umgebung bei uns steigert auch das Bewusstsein der Kunden für die Qualität in der Verkostung. Das ist für uns nicht nur eine technische, sondern auch eine Vermarktungslösung. Wenn die Leute kommen und die Tanks stehen vernetzt in Reih‘ und Glied, das macht schon Eindruck. Jeder, der das sieht, der staunt erst mal. Ich bin sehr mit dem Gesamtsystem zufrieden. Bei mir ist das vom Preis-Leistungs-Verhältnis her völlig in Ordnung.“

Der Kunde:

Im Qualitätsanbaugebiet Saale-Unstrut liegt das Weingut GOSECK Pfeifer & Frick, mit einer gemütlichen Weinstube und Weinverkauf. Die Weinberge in der Region sind geprägt von Steilterrassen, Trockenmauern, Burgen und kleinen Weingütern. So auch das Weingut GOSECK Pfeifer & Frick. Dessen Weinberg am Igelsberg, mit einem einmaligen Blick ins Saaletal, wurde 1998 wiederaufgebaut. Die Rebsorten: Dornfelder, Riesling und Weißburgunder. In der nach Süden ausgerichteten Steillage, auf Bundsandsteinboden, gedeihen die Reben und Trauben unter nahezu optimalen Bedingungen. Die Traubenlese erfolgt ausschließlich als Handlese für eine optimale Traubenqualität. Der schonende Ausbau der Weine im eigenen Weinkeller in Goseck lässt sortentypische und geschmacklich hochwertige, trockene, mineralische und auch halbtrockene Weine entstehen. Diese werden teilweise im Barrique-Fass ausgebaut. 2019 und 2020 erhielt das Weingut GOSECK Pfeifer & Frick bei der Gebietsweinprämierung Saale-Unstrut insgesamt 6 Medaillen.

Das Team vom Weingut Goseck

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